Er leckt seinem Pflegefrauchen die Hand und die Streicheleinheiten mögen nicht enden … dabei hatte er bis November 2020 nicht mal einen Namen. Dieser mittelgroße Rüde war sein ganzes bisheriges Leben lang ein namenloser Kettenhund. Er ersetzte den Zaun und war dabei selbst ungeschützt gegen unliebsame Besucher. Eine liegende ungefütterte Tonne war sein Wetterschutz und als sein Besitzer wegzog, brachte er ihm noch einmal wöchentlich altes Brot. Endlich gab der Besitzer ihn an den Tierschutz ab: gealtert, klapperdürr, kahlstellig und mit an der Kette abgenagten Zähnen sowie mit alten unversorgten Knochenbrüchen.

Jetzt ist er BERNI und startet in ein neues Leben. Aber Berni ist kein ganz junger Hund mehr und muss nun in einer Welt zurechtkommen, die er überhaupt nicht kennt. Da die Kette ihm seine Neugier und Aufgeschlossenheit nicht nehmen konnte, wird er das meistern. Ist er manchmal noch etwas aufgekratzt, so nimmt er es letztlich doch wie es kommt …

Im Umgang mit seinen Menschen zeigt Berni sich devot zugewandt und freundlich. Da er ein Zusammenleben mit Menschen und dessen Strukturen noch nicht kennt, hängt er seinem Pflegefrauchen in der Wohnung sehr am Rockzipfel (eine Portion Aufmerksamkeitssuche ist allerdings auch mit dabei!). Seine Decken modelliert er sich hier zur „Sandkuhle“, aber sein Zuhause verunreinigt er nicht. Berni bleibt auch für kurze Zeit allein bzw. kann gut im Auto mitfahren.

Frisches Wasser weiß Berni sehr zu schätzen, denn er hatte es nie. Was das Futter anbelangt, kann nach seiner bisherigen Erfahrung nur gut genießbar sein, was erstens Menschen selbst essen und zweitens von ihm erbettelt wurde. Hundefutter kannte er nicht und nun probiert er gerade den Umstieg darauf.

Draußen an der Leine ist Berni noch etwas aufgeregt, trotzdem lässt er sich gut an der Leine führen – wenn auch nicht bei Fuß. Berni geht gerne in der Natur spazieren und entdeckt erstaunt, wie groß die Welt ist. Trotz eines alten unversorgten Ellenbruches und daraus resultierendem Fehlgang läuft er sehr flott. „Marathon“-Strecken sollte er allerdings nicht laufen sondern eher einstündige Runden.

Berni ist mit Artgenossen nicht sozialisiert worden und hatte vermutlich außerdem an der Kette unliebsame Hunde-Besuche, deren er sich nicht erwehren konnte … So tritt er anderen Hunden gegenüber unsicher dominant auf und trotzdem fühlt er sich sehr zu Artgenossen hingezogen. Mit ruhigen Hündinnen zeigt Berni sich verträglich. Auch gibt es einige Rüden, mit denen er auskommt.

Wünschenswert ist aber, dass Berni den entspannten Umgang mit allen Artgenossen unter fachlicher Anleitung erlernt. Berni hat zwar durch die Pflegestelle – unter Aufsicht – Umgang mit einem Kater, aber wir würden Katzen und Kleintiere in Bernis zukünftigem Zuhause nicht empfehlen.

Die zukünftigen Menschen an Bernis Seite sollten Lust darauf haben, Potentiale zu entdecken, um den Herbst des Lebens aktiv zu gestalten und auszukosten. Man merkt Berni an, dass er vom Leben noch mehr erwartet und wieder geistig ausgelastet werden möchte. Auch würde er gerne in Haus und Garten in ländlicher Umgebung leben.

Wenn Sie unserem Berni ein Zuhause geben möchten, dann freuen wir uns auf ihren Anruf.

Hilfe für Labortiere Berlin e.V.:

Tel. 033397/ 27 38 22 tagsüber

Rasse: Schnauzer-Terrier-Mix

Geschlecht: Rüde

Geburtsjahr: 2012

Fellfarbe: schwarz – grau

gechippt: ja

geimpft: ja

kastriert: nein

Größe: ca. 45 cm Schulterhöhe

Gewicht: 15 kg, darf noch etwas zunehmen